Herzlich Willkommen auf der Seite der AGUS Rhein-Main-Wiesbaden-Limburg


Wer sind wir? Was wollen wir?

Hallo Kolleginnen und Kollegen,

Ihr wisst sicher, dass Betriebsräte beim Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz ein gehöriges „Wörtchen mitzureden“ haben. Betriebsverfassungsgesetz, Arbeitsschutzgesetz, Arbeitsstättenverordnung und Baustellenverordnung!

Dass sind ja nur einige der starken Instrumente die wir zur Verfügung haben, um unseren Kolleginnen und Kollegen ihr wichtigstes Gut zu erhalten: die Gesundheit! Mit unseren Informationen und Hinweisen möchten wir in erster Linie den Betriebsräten Hilfestellung geben, den Arbeits- und Gesundheitsschutz in ihren Betrieben zu verbessern. Dazu benötigt man einiges an Wissen und Information. Hierfür empfehlen wir besonders unsere vielseitigen Präsentationen und praktischen Falt-Flyer, die zu allen möglichen Ge-legenheiten verwendbar sind. Sei es für die Betriebsversammlung, die Betriebsrats-sitzung oder für den Arbeitsschutzausschuss.

Wir, das sind der AGUS Rhein-Main und AGUS*) Arbeitskreis Limburg-Wiesbaden, würden uns zudem freuen, wenn sich der ein oder andere von euch dazu entschließt,
bei uns mitzumachen. Denn wir sind der Meinung, Arbeits- und Gesundheitsschutz geht alle was an. Gerne greifen wir auch Ideen auf oder unterstützen auch in Einzelfällen mit Rat und Tat. Schau dich doch einfach mal auf unserer hier Seite um: Da findest du sicher einiges, was dich interessieren könnte.

*) AGUS steht für Arbeits-, Gesundheit- und Umweltschutz.

Staub war gestern!

Bericht vom Wochenendseminar des Arbeitskreises AGUS

Unser Bild zeigt u.a. die Mitglieder des Arbeitskreises AGUS „Rhein-Main und Wiesbaden-Limburg“ sowie am Arbeits- und Gesundheitsschutz interessierte Kolleginnen und Kollegen.

Es war wieder einmal so weit: Mitglieder des Arbeitskreises AGUS und interessierte Kolleginne und Kollegen trafen sich zu einem Wochenendseminar am 8./ 9.2.2019 in der Bildungsstätte der IG Bau in Steinbach.
Die Organisatoren hatten sich für diese Veranstaltung als Thema „Staub, Asbest und andere Gefahrstoffe“ auf die Fahne geschrieben. Damit das Ganze auch einen praktischen Anstrich bekommt, wurde Kollege Norbert Kluger (BG BAU), als Referent für den Samstagvormittag eingeladen. Aber der Reihe nach. Den Freitagnachmittag eröffnete Kollege Johannes Schader (IG BAU) zunächst mit der Begrüßung der Teilnehmer sowie den Hinweisen über die organisatorischen Abläufe. Danach folgte eine Vorstellungsrunde, ehe Kollege Hauptvogel im Anschluss daran die geplanten Punkte der Tagesordnung inklusive ihrer Referenten vorstellte. Er erwähnte in diesem Zusammenhang auch die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirksverband Rhein-Main, ohne dessen Unterstützung die Veranstaltungen des AK AGUS nicht durchführbar wären.
In seinen Ausführungen ging Kollege Hauptvogel auf die ausgelegten Tischunterlagen ein, die auch einen Zusammenhang mit dem Thema Staub herstellen. In einem weiteren Beitrag informierte Kollege Hauptvogel über die Arbeit des Leitkreises AGUS und welche Idee sich dahinter verbirgt.
Im November 2018 wurde das Vorhaben auch beim Bundesarbeitskreis Arbeits- und Gesundheitsschutz (BAK AGUS) vorgestellt. Noch konnte nicht das Interesse aller AKUS Arbeitskreise auf Bundesebene geweckt werden, aber es werde daran gearbeitet. Abschließend ging Kollege Hauptvogel noch auf die noch nicht ganz fertige Präsentation „Staub“ ein, die vom AGUS Rhein-Main und Wiesbaden-Limburg zu einer früheren Zeit schon einmal vorgearbeitet wurde.
„Aufgrund der aktuellen Entwicklung muss aber jetzt eine Anpassung und dann eine abschließende Finalisierung erfolgen“, so Kollege Hauptvogel.
Kollege Schader bekam dann die Gelegenheit noch einmal über die im November 2017 durchgeführte und gut besuchte Abendveranstaltung zum Thema „Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastungen“ zu berichten. Gut 40 interessierte Kolleginnen und Kollegen hatten die Gelegenheit genutzt und sich über eines der TOP-Themen in der Arbeitswelt überhaupt zu informieren. Wie so oft, wenn der AK AGUS eine Veranstaltung organisiert, war es auch hier wieder möglich, eine praxisnahe Berichterstattung zu gewährleisten, die die Beteiligten zum mit machen anregte.
Den späten Freitagabend gestaltete Kollege Wolfgang Leihner-Weigandt, der mit einer Reihe von Fakten rund um den „Staub“ aufwartete. Darunter auch mit der Tatsache, dass sich im normalen Baustaub auch Quarzanteile befinden, denen nachgesagt wird, dass diese krebsauslösend sein können. Erstaunlich auch, dass es schon um 1923 erste registrierte Asbesterkrankungen gab, dass eigentliche Verarbeitungsverbot in Deutschland aber erst 1993 per Gesetz folgte. In Europa brauchte man bis 2005 ehe auch hier ein Inverkehrbringen von Asbest verboten wurde.
Heute weiß man ziemlich genau, wieviel Asbest noch in Gebäuden schlummert, denn in früheren Zeiten wurde Asbest in vielen Gebinden hinzugemischt, um damit bessere Verarbeitungsergebnisse zu erzielen. Das sind dann die sogenannten „versteckten Asbeste“, die in Putz- und Spachtelmassen, Mörtel oder Klebern stecken. Man findet solche „versteckten Asbeste“ meist an den klassischen Stellen wie beigeputze Fenster oder ausgebesserte Wandscheiben.
Legt man die heutigen Staubgrenzwerte zugrunde, dann reicht schon das Volumen eines normalen Zuckerwürfels (der wiegt ca. 2 g) um komplette Räume für mehrere Stunden zu kontaminieren. Und warum ist das so? Weil der einatembare Staub (das ist der Staub der in den Lungenbläschen verbleibt), aufgrund seiner Struktur bis zu 7 Stunden in der Luft schwebt.
Doch wie schützen wir uns gegen den unsichtbaren Staub? Hier hilft nur eine Staubvermeidung und Staubminimierung! „Wie das funktionieren kann“, so Kollege Leihner-Weygandt zum Abschluss seiner Ausführungen, „wird uns am Samstagvormittag dann Kollege Nobert Kluger demonstrieren“.
Wie angekündigt führte dann Kollege Norbert Kluger (Bild rechts) durch den Samstagvormittag. Und auch hier gab es für die Teilnehmer wieder erstaunliche Neuigkeiten und Wissenswertes im Umgang mit Staub. Wer weiß denn schon, dass in Deutschland jedes Jahr um die 450 Menschen durch eine Berufskrankheit sterben.
Staub sieht man nicht! Mit jedem Atemzug gelangen etwa 600 ml Luft in die Lungen eines Menschen, darunter natürlich auch Stäube aller Art. Deshalb sind Schutzvorkehrungen gerade im Baugewerbe vonnöten, erklärte Kollege Kluger. Das dramatische daran ist, dass eine Inkubationszeit bis zu 30 Jahre und länger dauern kann. Der Mensch wird also meist erst krank, wenn er sich bereits nicht mehr in seinem Arbeitsleben befindet. Und dann muss er noch den Nachweis erbringen, dass er mit krebsauslösenden Material in Berührung kam. Oft ein schwieriges bis unmögliches Unterfangen.


Wie und was man so gegen Baustaub tun kann, zeigte Kollege Kluger anhand eines mitgebrachten Baustaubsaugers und einigen Handgeräten (Bild links). Dabei ist vor allem wichtig, dass bei der Anschaffung eines Saugers darauf geachtet wird, dass er wenigstens Staubklasse M besitzt. Es wird in drei Staubklassen unterschieden. L (steht für leicht), M (steht für mittel) und H (steht für hoch). Die Industrie hat inzwischen die Anforderungen erkannt und bietet einige unterstützende Hilfsmittel an, die zur Staubvermeidung eingesetzt werden können. Selbst der Heimwerker kann auf Zubehör zurückgreifen, der ein staubfreies Arbeiten ermöglicht. Damit das jeder auch einmal selbst in seinen eigenen vier Wänden ausprobieren kann, wurde jedem Teilnehmer ein solches Zubehörset (Bild rechts) ausgehändigt.
Was aber kann man noch tun, um das Thema Staub in der Bevölkerung zu sensibilisieren? „Vor allem am Image selbst“, so Kollege Kluger. Persönliche Schutzausrüstung muss Hip sein, sie benötigt Akzeptanz. Nur dann, wenn etwas schick und modern ist, akzeptieren es die Menschen. Deshalb hat auch die BG BAU das Thema Staub neu für sich entdeckt. Nicht nur derart, dass im Prämienfördersystem inzwischen viele staubarme Geräte und Maschinen zu finden sind, sondern auch in Form einer lang angelegten Kampagne „Staub war Gestern“, mit der man in die Berufsschulen, in die Handwerkskammern und Verbände zwecks Aufklärung geht. „Dafür, dass man 40 Jahre nichts getan hat, ist in der jüngst zurückliegenden Zeit aber enorm viel passiert“, erklärte Kollege Kluger am Ende seiner Ausführungen!
Unter dem TOP „Aktuelles aus der IG BAU“ informierte Kollege Schader über die anstehenden Tarifrunden: Die Gebäudereiniger-Beschäftigten fordern ein Tarifliches Weihnachtsgeld. Diese Tarifrunde wird im Herbst 2019 stattfinden und muss von der ganzen Organisation unterstützt werden. Außerdem werden im Baugewerbe die Mindestlöhne neu verhandelt - hier ist die Mobilisierung der Mitglieder schwierig, da im Westen unsere Mitglieder überwiegend im Tariflohn beschäftigt sind. Schon jetzt wird die Einkommensrunde im Baugewerbe für 2020 vorbereitet. Diese könnte mit der Forderung „Wegezeit ist Arbeitszeit!“ verbunden werden.
Schader bat die Anwesenden die IG BAU weiter zu unterstützen, da Gewerkschaftsarbeit erfolgreich nur von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen gemeinsam gemacht werden kann.
Er dankte den Anwesenden für ihr Interesse, besonders den Kollegen welche die Veranstaltung vorbereitet und durchgeführt haben. Am Ende waren sich alle einig: Wir setzen uns weiter für Verbesserungen beim Arbeits- und Gesundheitsschutz ein.

Schon gewusst? Fakten rund um den Arbeits- und Gesundheitsschutz

Newsletter des AGUS Rhein-Main und Wiesbaden-Limburg 1/2019

Absturzunfälle
80 % aller gemeldeten Unfälle sind auf verhaltensbedingte Ursachen zurückzuführen.
Betrachtet man die letzten 10 Jahre, dann sind 44 % aller Absturzunfälle Leiterunfälle.
Weltweit sind 50 % aller Arbeitsunfälle Absturzunfälle.
Bei einer Sturzhöhe von nur 3 m beträgt die Sturzzeit 0,8 Sekunden und die
Aufprallgeschwindigkeit 28 km/h.
(Quelle; Alpines Kolloquium)


Arbeitsschutzprämien
Seit 2018 werden auch Miet- und Leasinggeräte gefördert.
Bis Ende August 2018 wurden ca. 3,7 Mio. € an Fördermittel bewilligt, den Löwenanteil
nahmen dabei die Bau-Entstauber mit ca. 702.000 € ein.
Mit Beginn 2019 werden auch die sogenannten Korrektionsschutzbrillen gefördert.
(Quelle; BG BAU)


Industrieschutzhelme
Können Leben retten! Das können andere Helme natürlich auch. Aber
Industrieschutzhelme mit Kinnriemen sind im Kommen. Dafür gibt es einen sehr
ernstzunehmenden Hintergrund: Immer mehr Absturzunfälle aus geringen Höhen enden
mit Todesfolge. Das muss nicht sein! Durch den Kinnriemen wird ein mögliches
Herunterfallen des Helmes vom Kopf verhindert . . . und kann damit Leben retten!
(Quelle; BG BAU)


UV-Schutz
Im Durchschnitt sind an 165 Tagen im Jahr Schutzmaßnahmen notwendig.
Die BK (Berufskrankheit) 5103 „Plattenepithelkarzinome und multiple aktinische
Keratosen der Haut durch natürliche UV-Strahlung“ stand im Jahr 2017 mit 2.769
Meldungen an erster Stelle der Berufskrankheiten. In 68,5 % dieser Fälle wurde eine
Berufskrankheit anerkannt.
(Quelle; BG BAU)

Aktivitäten von AGUS

Im Bild v.l.n.r.: Hans-Peter Meißner, Frank Striegler Reiner Drewelis, Uwe Klotzbach, Frank Subtil, Johannes Schader, Reiner Hauptvogel, Kevin Hogan (auf dem Bild fehlt Hansi Seidemann).
Foto: IG BAU J.S.

Guter Schutz für wenig Geld - Junge BAU und GUV/FAKULTA starten Mitgliederwerbekation

Weitere Informationen

Die GUV/FAKULTA als gewerkschaftliche Unterstützungskasse hat sich zur Aufgabe gemacht, vor finanziellen Folgen, die das Risiko der Arbeitnehmerhaftung birgt, zu schützen.
- Hier klicken für weitere Informationen zu dieser Aktion
- Homepage GUV/Fakulta
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